Darwins Zweifel

Abb. 1 Charles Darwin scheint sich der Schwierigkeiten seiner Theorie weit bewusster gewesen zu sein als viele seiner Nachfolger

(rmh) Liest man Darwins Buch Die Entstehung der Arten fällt auf, dass es darin hauptsächlich um kleine Modifikationen bzw. Anpassungen bei bestimmten Tier- und Pflanzenarten geht. Die Realität dieser kleinen Modifikationen bestreitet kein Mensch und sie steht auch nicht im Widerspruch zur Schöpfungstheorie. Außerdem fällt bei der Lektüre Darwins auf, dass es nur so von Konjunktiven wimmelt. Darwin selbst gab unverhohlen zu, dass es Schwierigkeiten in seiner Theorie gibt. So sprach er z. B. die Frage an, warum wir nicht überall Übergangsformen finden. Diese Frage versuchte er zu beantworten, indem er spekulierte, dass viele Fossilien deswegen verloren gegangen seien, weil sich die Gegebenheiten auf der Erde geändert hätten, z. B. weil Land untergegangen sei. Das Problem ist aber, dass so gut wie alle Übergangsformen fehlen und sich Darwins Theorie deshalb auf einige wenige erhaltene Fossilen stützen muss, die im Grunde genommen gar nichts beweisen. Ein Paradebeispiel für Darwins offensichtliche Zweifel an seiner eigenen Theorie und deren Unzulänglichkeiten liefert der folgende Absatz:

"Gleichwohl müssen wir zugeben, dass uns verschiedene mit der Unfruchtbarkeit der Bastarde zusammenhängende Tatsachen unverständlich sind, z. B. die ungleiche Unfruchtbarkeit der Bastarde, die zufällig und ausnahmsweise einer ihrer reinen Elternarten sehr ähnlich sind. Ich bilde mir auch nicht ein, dass die vorstehenden Bemerkungen die Sache an der Wurzel fassen; es lässt sich eben beim besten Willen nicht erklären, warum ein unter unnatürlichen Lebensbedingungen gestellter Organismus unfruchtbar wird." [1]

Weiter nennt er ein Kapitel "Über die Dürftigkeit paläontologischer Sammlungen" und schreibt darin z. B.: "Hinsichtlich der Landbewohner, die während der sekundären und der paläozoischen Periode lebten, sind unsere Sammlungen erst recht lückenhaft." Über das plötzliche Auftreten ganzer Gruppenverwandter Arten während des Zeitalters des Kambriums, auf das wir gleich noch zu sprechen kommen werden, schreibt er:

"Die plötzliche Art und Weise, in der die ganzen Artengruppen in gewissen Formationen erscheinen, ist von mehreren Paläontologen, z. B. Agassiz, Pictet und Sedgwick, als ein gefährlicher Einwand gegen die Veränderlichkeit der Arten erhoben worden. Wenn wirklich zahlreiche zur selben Gattung oder Familie gehörige Arten mit einem Mal ins Leben getreten wären, so müsste das meiner Theorie der Entwicklung durch die natürliche Zuchtwahl[2] gefährlich sein."[3]

und:

"Die Annahme, dass das Auge mit all seinen unnachahmlichen Einrichtungen: die Linse den verschiedenen Entfernungen anzupassen, wechselnde Lichtmengen zuzulassen und sphärische wie chromatische Abweichungen zu verbessern, durch die natürliche Zuchtwahl entstanden sei, erschien, wie ich offen bekenne, im höchsten Maße als absurd … Der Verstand sagt mir: wenn zahlreiche Abstufungen vom einfachen, unvollkommenen Auge bis zum zusammengesetzten und vollkommenen Auge nachgewiesen werden und jene Abstufung ihrem Besitzer nützt, was ja sicher der Fall ist; wenn ferner das Auge beständig variiert und diese Veränderungen erblich sind, was gleichfalls sicherlich zutrifft; und wenn schließlich diese Veränderungen einem Tier unter wechselnden Bedingungen nützen, so kann die Schwierigkeit der Annahme, dass ein vollkommenes, kompliziertes Auge durch die natürliche Zuchtwahl gebildet worden sein könnte (so unüberwindlich sie unserer Einbildungskraft auch erscheinen mag), unsere Theorie nicht unterstützen."[4]

Hinsichtlich des Auges sagte der US-amerikanische Astronom Robert Jastrow später:

"Es fällt schwer, die Entwicklung des menschlichen Auges für ein Produkt des Zufalls zu halten; noch schwerer fällt es, die Entwicklung menschlicher Intelligenz als Ergebnis zufälliger Veränderungen in den Gehirnzellen unser Vorfahren aufzufassen."[5]

Ein interessanter Absatz in Darwins Buch ist der folgende:

"In seiner 'Generellen Morphologie' und in anderen Werken hat Haeckel seine bedeutenden Kenntnisse und Fähigkeiten benutzt, um das zu ergründen, was er als Phylogenie bezeichnet: Die Abstammungslinien aller organischen Wesen. Beim Verfolgen der einzelnen Reihen stützt er sich hauptsächlich auf embryologische Merkmale, nimmt jedoch auch homogene und rudimentäre Organe zu Hilfe sowie die aufeinanderfolgenden Perioden, in denen die verschiedenen geologischen Formationen zuerst erschienen. Er hat damit einen bedeutsamen Anfang gemacht und zeigt uns, wie die Klassifikation in Zukunft erfolgen muss."[6]

In modernem Deutsch ausgedrückt, heißt das nichts anderes, als dass der Zoologe Ernst Haeckel (1834-1919) behauptete, jedes Lebewesen würde während seiner Entwicklung im Zeitraffer die Stammesgeschichte seiner Vorfahren durchlaufen. Haeckel behauptete weiter, dass sich junge Embryos von Fischen, Salamander oder Schweinen nicht von denen der Menschen unterscheiden würden.

Na, wenn das nicht ein klarer Beweis für die Evolutionstheorie ist… Doch die Sache hat einen Haken. Der Sachbuchautor Hans-Joachim Zillmer stieß bei der Arbeit an seinem Buch Darwins Irrtum auf einen Artikel, der 1997 unter der Überschrift "Gefälschte Zeichnungen" im Nachrichtenmagazin Focus erschien. Zillmer zitiert aus dem Artikel:

"Die Zeichnungen, mit denen Haeckel seine Theorie gestützt hatte, sind jedoch frei von menschlichen Embryos abgeleitet, behauptet Michael Richardson vom St. George’s Hospital, der weltweit mit Kollegen die Embryonen neu untersuchte. Der Betrug fiel erst jetzt auf, weil Embryologen seit Jahrzehnten keine vergleichbaren Studien mehr durchführten."[7]

Abb. 2 Ernst Haeckels Entwicklungsgeschichte mit den praktisch identischen Embryos erwies sich bei der Überprüfung als Fälschung

Zweifel an der Authentizität von Haeckels Zeichnungen gab es schon viel früher: Bereits 1910 schrieb der Schriftsteller, Journalist und Verleger Hugo Carl Jüngst, der aus wissenschaftsgeschichtlichem und -kritischem Blickwinkel vor allem durch seine Veröffentlichung Der Sturz Haeckels – Eine Abrechnung (1910) einen relevanten Beitrag zur Kritik des ideologischen Darwinismus im zeitgeschichtlichen Kontext seiner Entstehung geliefert hat, folgendes:

"Ich kann mir denken, dass selbst manche Anhänger der Haeckel’schen Theorien, denen die fragliche Erklärung zu Gesicht gekommen ist, dieselbe nicht mit besonderer Aufmerksamkeit gelesen haben, als sie sahen, dass es sich dabei um den alten, so und so oft von Haeckel 'gründlich widerlegten' Vorwurf der Fälschung seiner Embryonenbilder handelte,“"[8]

und:

"Dass es sich bei der fraglichen Erklärung um die wiederholt erhobene Beschuldigung handelt, Haeckels Embryonenbilder […] in denen er die lückenlose Entwicklung des Affen vom Menschen bildlich darstellte, seien gefälscht, wurde schon angedeutet. Um diese Embryonenbilder tobt schon seit langen Jahren ein heftiger wissenschaftlicher Streit. Immer wieder wurde die Behauptung von den angeblich gefälschten Embryonenbildern aufgestellt, um jedes Mal ebenso prompt von Haeckel und seinen Anhängern in leidenschaftlicher Weise bestritten zu werden. Dass es dabei nicht immer salonfähig herging, dass hüben und drüben Ausdrücke von einer lapidaren Drastik fielen, liegt in der Natur der Sache."[9]

Immerhin gab Haeckel diesem Artikel zufolge zumindest zu, dass "ein kleiner Teil meiner zahlreichen Embryonenbilder (vielleicht 6 oder 8 vom Hundert) wirklich (im Sinne von Dr. Braß) [einem der unermüdlichsten Verfechter der Fälschungsbehauptungen, Anm. RMH] 'gefälscht' sind – alle jene nämlich, bei denen das vorliegende Beobachtungsmaterial so unvollständig oder ungenügend ist, dass man bei der Herstellung einer zusammenhängenden Entwicklungskette gezwungen wird, die Lücken durch Hypothesen auszufüllen und durch vergleichende Synthese die fehlenden Glieder zu rekonstruieren."

So viel zu Hackels Wissenschaftsverständnis. Offensichtlich ist Darwin also auf einen Betrüger hereingefallen.

Quellen und Anmerkungen

Auszug aus: Roland M. Horn: Gottes Rückkehr -Warum Wissenschaft ohne Gott nicht funktioniert Omnivers-Verlag Gmbh, Zürich 2026

  1. Darwin, Charles: Die Entstehung der Arten. Stuttgart, S. 408 1963
  2. Heute meist als 'als natürliche Selektion' bezeichnet. Wie es zu dem von Darwin verwendeten Begriff "natürliche Zuchtwahl" kommt, wird später erklärt.
  3. Darwin 1963, S. 456f
  4. ebd., S. 245f
  5. Jastrow, Robert: The Enchanted Loom: Mind in the Universe 1981, S. 96, zit. n. Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Das Leben – Wie ist es entstanden. Selters 1985, S. 18
  6. Darwin 1963, S. 604
  7. zit. n.: Zillmer, Hans-Joachim: Darwins Irrtum. München 1998, S. 256; der nach Focus 34/1997, S. 128
  8. Hugo C. Jüngst: Ernst Haeckel - 'Baron Münchhausen' des Darwinismus. Online auf: https://atlantisforschung.de/index.php?title=Ernst_Haeckel_-_%27Baron_M%C3%BCnchhausen%27_des_Darwinismus (Abgerufen am 04.06.2025) n. Jüngst, Hugo C.: Der Sturz Haeckels. Leipzig-Mockau 1910, online auf https://books.google.de/books/about/Der_sturz_Haeckels.html?id=P60sAAAAYAAJ&redir_esc=y (Abgerufen am 19.06.2025)
  9. ebd

Bildquellen

Abb. 1: gemeinfrei

Abb. 2: gemeinfrei