Otto Heinrich Muck zum 7o. Todestag

Abb. 1 Der österreichische Atlantisforscher und -autor Otto Heinrich Muck (1892-1956)

Otto Heinrich Muck zum 7o. Todestag

  • von Josha Muck und Melchior Schedler mit Material von Wikipedia

„Otto Muck gilt als einer der einflussreichsten Atlantis-Forscher des 20.Jahrhunderts“ (Wikipedia)

Muck lebte von 1938 bis 1956 in Uffing.

(zur Ausstellung über Otto H. Muck am 18.06.2026 in Uffing)

Otto Heinrich Muck wurde am 5. August 1892 in Wien gebore, starb bei einem Auto-Unfall bei Etting/Weilheim am 7. November 1956. Der Vater August Muck war wohlhabender Bankdirektor in Wien, Augusts Schwiegervater Kraus war Inhaber der Kraushöhle, älteste Schauhöhle Europas im steirischen Gams. Ottos Bruder wandte sich der Ahnenforschung zu, seine Schwester beging Selbstmord, da sie ihren Geliebten (weil er „ohne Stand war“) nicht heiraten durfte. Muck besuchte das Gymnasium in Kremsmünster, studierte Technik an der Technischen Hochschule Wien. Im Ersten Weltkrieg war er zunächst bei der Kavallerie, nach einer Verletzung am Bein wurde er Oberleutnant bei der Luftwaffe und Ingenieur der Flieger. Nach dem Krieg studierte er in München an der Technischen Universität, auf Anraten seines Professors, des hoch renommierten Deutschrussen Arnold Sommerfeld (84mal zum Nobelpreis vorgeschlagen) Physik, aber auch Geophysik und Frühgeschichte,wird 1920 Diplomingenieur, korrespondierte mit Albert Einstein („Über die Struktur der Lichtquanten“), an der TU entdeckte Otto H. die Geologie.

In der Pension „Park“ in München, einem Treffpunkt junger Intellektueller, lernt Otto H. Muck Johanna Roth kennen, in Wien geboren am 21.7.1896. Ihre Eltern sind Nathan Ignaz Roth (1880-1923) und Hermine Kornfein (1856-1933) (in Roths zweiter Ehe 1885), beide aus Mattersdorf in West-Ungarn, heute Burgenland. Ihre Halbschwester Hilde (geboren 1882) wird in Wien unter dem Künstlernamen Hilde Radnay Schauspielerin und von vielen Malern porträtiert (u.a. Klimt und Lenbach und zur „wilden Hilde“, tritt in Filmen von Marischka und Alexander Korda auf, betreibt eine der „ärgsten“ (Wiener Presse) Spielhöllen und stirbt, sogar von den Nazis unentdeckt, 1947 in Wien. Das Leopold-Museum in Wien (das weiße links im Museumsrondell) will ihr nach 2026 eine Ausstellung widmen.

Abb. 2 Das Leopold-Museum in Wien

In ihrer Schulzeit war Johanna eine erstklassisches Pusselkind, eine hessische Gräfin Kielmansegg will sie darum adoptieren, was ihre Mutter Hermine aber ablehnt, sehr zum Bedauern der Tochter. Sie wird zum Liebling (quasi im Wechsel mit ihrer Halbschwester Hilde) des Hermann Anschütz, adoptierter Kaempfe (1872-1931). Anschütz war wie ein Spiegelbild von Otto Muck: Erfinder, Werftgründer, wollte mit dem U-Boot zum Nordpol, Schöpfer des Kreiselkompasses, wofür man ihm in Kiel zusammen mit seinem Berater Einstein in voller Lebensgröße ein Denkmal gesetzt hat. Zugleich war Anschütz aber auch Verleger und erst-veröffentlichte Rilkes StundenbuchVon der Armut und vom Tode“. Um die Halbschwester Hilde rankt sich übrigens die Legende, sie sei die Frau auf Gustav Klimts Gemälde „Der Kuss“, aber lassen wir das mal dahingestellt. Immerhin geht das Gerücht dass die „wilde Hilde“ (Jahrgang 1882, Mutter Johanna Frischmann) zahlreiche Affären hatte und sogar mit dem Erznazi Ritter von Epp durchbrennen wollte, so jedenfalls Anschütz. Eine Heirat mit Anschütz kommt für Johanna zwar nicht in Frage, ihre Affäre in München könnte um 1916-1919 statt gefunden haben, soweit man von einer Affäre reden kann, denn Anschütz war unfruchtbar (mit drei misslungenen Ehen), er war aber Mitbesitzer des „Dreiländerverlages“ in München ( wie auch Johanna ) die von 1919 bis 1921 die Zeitschrift „Der Orchideengarten“ heraus gab, spezialisiert auf Fantastik und Erotik. Neben Autoren wie Apollinaire, Capek, Klabund oder H.G. Wells sind Grafiker wie Beardsley, Doré und Kubin dabei. Aber auch unser Otto H.Muck, der Diplomingenieur.

Geheiratet wird um 1916-1919 in München, in Großhadern kommen drei Söhne zur Welt. Zwei davon fallen als Halbjuden im Krieg (einer plant ein Attentat auf Hitler). Der jüngste überlebt, eben als „Winzi“, und ist unser letzter Zeuge. Die Weltwirtschaftskrise kommt 1929, der Bruder verkauft Villa, Kurhaus und Höhle in der Steiermark, danach ist der Familienbesitz weg. Siemens als Auftraggeber Mucks wird zahlungsunfähig. 1931 stirbt Anschütz und will Johanna eine große Summe Geldes und das Schloss Lautrach im Allgäu vererben. Aber Otto H. ist dagegen: „Reich werden wir selber“ bemerkt er mit der Indolenz eines Bankdirektorssohns. 1935 kommen die Rassengesetze der Nazis, die Familie flüchtet nach Marquardtstein. Johanna erstellt graphologische Gutachten, eine Person legt die Schrift eines angeblichen Dritten vor. Johanna: „Hüten Sie sich vor dieser entsetzlichen Person!“ Diese Person war aber der Vorleger selbst, der Ortsgruppenleiter, die Warnung war also berechtigt, die Fenster werden eingeworfen, und die Familie flüchtet nach Uffing. Schon zu Beginn der Nazizeit hat Johanna ihre Papiere fälschen lassen.

In dem Seehauser Ortsteil Rieden, wenige 100 Meter von Mucks Bleibe entfernt, lebte zu dieser Zeit Tipeczka, ein Offizier aus der Zeit des Herero-Aufstandes in Namibia, der eine eigene Erfindung hatte: ein Zielfernrohr, dessen Produktion ihm aber keiner abnehmen wollte. Erst als Albert Speer 1942 Rüstungsminister wurde, konnte Tipeczka auf Produktion gehen, als er sich auf der Halbinsel Burg am Staffelsee zusammen mit dem KZ Dachau ein quasi privates KZ errichten ließ, beraten von Otto H.Muck. Die Firma besteht (in Obersöchering) noch heute.

Otto H. Muck, Erfinder und Buchautor

Winzi Muck wie auch Wikipedia berichten über 2000 Patienten des Otto H., über Trockenrasierer, ferngesteuerte Uhren, Schnorchelkompasse für U-Boote, doppelten Blitz bei der Personenfotografie, Handhabung von tiefgekühlten und brennbaren Gasen, Erzeugung von Ultraschall, senkrecht startende und ladende Flugzeuge, elektrotechnische Einrichtungen, Thermomassagegerät, Beiträge zum Flüssiggas-Tankschiffen für den griechischen Reeders Niarchos und Telegraphen und und und ...

„Am bekanntesten wurde“ schreibt "Wikipedia über Otto H.s Zeit nach dem Krieg – „seine Theorien über Atlantis. Dessen Untergang soll laut Muck durch den Einschlag eines Himmelskörpers ausgelöst worden sein und die Sintflut verursacht haben. In diesem Zusammenhang liefert Muck auch Hypothesen zu Pol- und Kontinentalverschiebungen, Eiszeiten, frühgeschichtliche Menschenrassen, frühen Völkerwanderungen, frühe Hochkulturen und der Wanderung der Aale.

Also etwa in: „Atlantis – die Welt vor der Sintflut“, Walter Verlag Olten/Bern 1956, „Alles über Atlantis – alle Themen, neue Forschungen, Econ München 1976, „Geburt der Kontinente“, Econ Düsseldorf/Wien 1978 u.a.

Die Rechercheure bemühen sich, mehr herauszubekommen. Otto H. wurde im November 1956, auf der Autofahrt nach München, auf einer steilen Straße von den Baumstämme eines vorausfahrenden Bauers erschlagen. Und der „Winzi“, der letzte Sohn, der auch schon Assistent von Alexander Mitscherlich an der Frankfurter Uni war,ist nun 98 und war in letzter Zeit mehrfach im Krankenhaus.

Ausstellungstücke : 5 Gemälde wie ECCE HOMO, HIERONYMUS, Zeichnungen für den „Orchideengarten“, Film der Enkeltochter über München/Uffing, Fotos, Patente, Notizen, Modell zum Selbstbau-Hubschrauber u.a.

Bildquellen

Abb. 1: Tony O’Connell, in: Atlantipedia.ie, unter "Muck, Otto" (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)

Abb. 2: https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Museum#/media/Datei:Wien_07_Leopold_Museum_a.jpg. (Lizenz: https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en)