Jürgen Spanuth versus Karl Gripp

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Bisher unveröffentlichte Materialien zum 'Atlantis-Streit' im Jahr 1953

Vorbemerkung

Abb. 1 Pastor Jürgen Spanuth (1907-1998)

(bb) Nachfolgend dokumentieren wir auszugsweise, segmentiert und mit Untertiteln sowie mit Fußnoten versehen, ein bisher unveröffentlichtes, von Jürgen Spanuth (Abb. 1) verfasstes und auf den 4. Oktober 1964 datiertes Papier mit dem Titel "Die Geschichte der Aktion »Gripp contra Atlantis«", in dem Spanuth die Kontroverse zwischen ihm und seinem akademischen Haupt-Kontrahenten, dem Geologen Karl Gripp (damals Universität Kiel) aus seiner Sicht rekapitulierte.

Dazu bemerkte Spanuth eingangs: "Viele Einzelheiten der Aktion »Gripp contra Atlantis«, die in meiner Entgegnung gegen Gripp: »...und doch: Atlantis enträtselt!« [1] nicht enthalten sind, vermitteln erst ein volles Verständnis für diese Angelegenheit, darum seien sie in größtmöglicher Kürze hier dargestellt." [2]

Warum Jürgen Spanuth sich noch gut zehn Jahre nach den hier behandelten, landläufig als "Atlantis-Streit" bekannt gewordenen Ereignissen dazu veranlasst sah, diese späte 'Abrechnung' mit Prof. Gripp und dessen Anhang [3] abzufassen, wird sich letztlich wohl nicht mehr klären lassen. Wir dürfen jedenfalls vermuten, dass er die Art und Weise, in der ihm durch die Protagonisten des besagten "Atlantis-Streits" mitgespielt worden war, damals (1964) und auch später nicht verwinden konnte und nach einem geeigneten 'Ventil' suchte, um mit den ihm dabei zugefügten seelischen Verletzungen fertig zu werden.

Womöglich erkannte er auch, wie sehr die lautstarke - wie er sie nannte - "Aktion »Gripp contra Atlantis«" die Meinung großer Teile der Academia und z.T. auch der Öffentlichkeit zu seinen Ungunsten beeinflusst hatte [4]. Dies könnte ihn dazu bewogen haben, die Hintergründe der Affäre noch einmal in der durchaus drastischen Form darzulegen, welche dieses Papier charakterisiert. Dass Spanuth es offenbar nie veröffentlichte, sondern lediglich einem Kreis mit ihm sympathisierender Forscherkollegen zugänglich machte, lässt allerdings darauf schließen, dass ihm keineswegs an einer neuerlichen Eskalation der Kontroverse mit Gripp et al. gelegen war.

Auch wenn es sich bei diesem Papier, um es noch einmal zu betonen, um eine subjektive Darstellung der damaligen Vorgänge und der daran beteiligten Personen aus Jürgen Spanuths Blickwinkel handelt, die kritisch-reflektiv zu betrachten ist [5], so stellt es in der Tat ein zum Verständnis des 'Atlantis-Streits' wesentliches zeit- und wissenschaftsgeschichtlich relevantes Dokument dar. Seine hier erfolgende Wiedergabe ist als Aufforderung zu einer längst überfälligen wissenschaftshistorischen Aufarbeitung der skandalösen Vorgänge des Jahres 1953 zu verstehen, zu der die Universität Kiel leider bis heute keinen Beitrag geleistet hat.


Die Geschichte der Aktion »Gripp contra Atlantis«

von Pastor Jürgen Spanuth (editiert von Bernhard Beier)


1) Zur Vorgeschichte der Kontroverse
2) Zur Person Karl Gripps und relevanten Bereichen seiner Vita
3) Die Atlantis-'Diskussion' vom 26. Oktober 1953 in Schleswig
4) »Fälschungen, Unterschiebungen, Unwahrheiten, Verfälschungen«
5) Die Atlantis-'Diskussion' vom 4. November 1953 in der Universität Kiel
6) Reaktionen auf die 'Diskussion' in Kiel
7) Das vorläufige Ende der Affäre


Anmerkungen und Quellen

Danksagung:

Die Redaktion bedankt sich ausdrücklich bei dem Privatforscher, Autor und Spanuth-Experten Günter Bischoff, der ihr eine Kopie des Papiers "Die Geschichte der Aktion »Gripp contra Atlantis«" zur Verfügung gestellt hat.

Fußnoten:

  1. Siehe: Jürgen Spanuth, "Und doch: Atlantis enträtselt!", Stuttgart (Union Verlag), 1955; Neuauflage: Osnabrück (Otto Zeller Verlag), 1980
  2. Quelle: Jürgen Spanuth, "Die Geschichte der Aktion »Gripp contra Atlantis«" (unveröffentlichtes Manuskript), West-Bordelum, 04. 10. 1964
  3. Anmerkung: Eine Übersicht über die an der "Aktion »Gripp contra Atlantis«" beteiligten Akademiker ist hier zu finden: Rainer W. Kühne, "Jürgen Spanuth und seine Gegner von 1953", 27.Mai 2013, bei forum.grenzwissen.de (abgerufen: 22. Oktober 2017); redaktionell überarbeite Version (Okt. 2017) bei Atlantisforschung.de: "‎Jürgen Spanuths Gegner im 'Atlantisstreit' des Jahres 1953"
  4. Anmerkung d.V. (bb): Bis heute hält sich der unzutreffende Eindruck, es habe seinerzeit eine umfängliche wissenschaftliche Debatte zu Spanuths Thesen stattgefunden (siehe z.B.: Eva Kemper, "Atlantis in der deutschen Literatur", S. 16-17, als PDF-Datei online bei Mythos-Magazin.de), was definitiv nicht der Fall ist. Vielmehr beschränkte sich die Zahl seiner Kritiker im Wesentlichen auf jenen gut überschaubaren Zirkel um Karl Gripp (nach Spanuth waren exakt 18 Personen beteiligt). Die Zahl der aktiven akademischen Befürworter Spanuths, die sich allerdings - aus welchen Gründen auch immer - nicht so öffentlichkeitswirksam positionierten, dürfte in etwa gleich groß gewesen sein. Die weitaus überwiegende Mehrheit der deutschen (und internationalen) Fachwissenschaftler äußerte sich nicht in dieser Angelegenheit und bezog erst recht keine Position pro oder contra Spanuth.
  5. Siehe dazu auch: Eine "illustre Gesellschaft" - Wer waren die (Fach-)Wissenschaftler, die sich Mitte des 20. Jahrhunderts positiv über J. Spanuths Arbeiten äußerten? (kommentierte Transkription einer Auflistung von J. Spanuth)

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