Sechs Kernthesen zum Atlantisproblem

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche

von Jürgen Spanuth (1957)

Abb. 1 Jürgen Spanuth, aufgenommen im Jahr 1981 (Foto: Bild-Archiv Günter Bischoff)

In meinem Buch „Das enträtselte Atlantis“ glaube ich folgenden Nachweis geführt zu haben:

1. Der Atlantisbericht beschreibt Ereignisse aus der Zeit um 1200 v. Chr.

2. Ein Vergleich der historischen Angaben des Atlantisberichts mit den zeitgenössischen ägyptischen Texten zeigt, daß die wiederholte Beteuerung Platons, der Atlantisbericht sei nur eine Nacherzählung alter ägyptischer Texte, der Wahrheit entspricht.

3. Der Vergleich zwischen den Angaben des Atlantisberichts und den zeitgenössischen Text zeigt weiter, dass die „Atlanter“ des Atlantisberichts ohne jeden Zweifel mit den „Nord-Seevölkern“ Ramses’ III., die nach den Angaben der ägyptischen Texte aus den drei Stämmen der „Phrst“, „Sakar“ und „Denen“ bestehen, identisch sind.

4. Die Heimat dieser „Nord-Seevölker“ lag nach den zeitgenössischen ägyptischen Texten „auf den Inseln im Großen Wasserkreis“, „im Norden“, „an den Enden der Welt“. Unter dieser Bezeichnung kann nicht das Mittelmeer verstanden werden, in das diese Nordvölker erst kurz vor 1200 v. Chr. einbrachen. „Der Große Wasserkreis im Norden an den Enden der Welt“ kann nur mit dem Weltmeer im Norden, also dem Nordseegebiet, gleichgesetzt werden. Zu diesem Gebiet ist selbstverständlich auch das Ostseegebiet zu rechnen, weil man in jenen Zeiten Nord- und Ostsee noch nicht unterschied.

Abb. 2 Das Cover von J. Spanuths Atlantis-Broschüre von 1980 (Bild-Archiv Günter Bischoff)

5. Die versunkene Königsinsel dieser Völker, von deren Untergang nicht nur der Atlantisbericht, sondern auch die zeitgenössischen ägyptischen Texte erzählen, muß demnach „im Weltmeer im Norden“, also in der Nord- oder Ostsee gelegen haben. Die Angaben des Atlantisberichts über die Lage dieser Königsinsel sind so eindeutig und genau, daß man sie zweifelsfrei lokalisieren kann. Die Königsinsel der Atlanter-Nord-Seevölker lag zwischen Helgoland und Eiderstedt.

6. Die oftmals und von vielen Forschern aufgezeigte Identität dieser Königsinsel der Atlanter-Nordvölker mit der Königsinsel der Phäaken, die Homer in der Odyssee besingt (Od. 5, 400 ff.), ist ebenfalls zweifelsfrei gesichert.

Ich bin der Überzeugung, dass ich mit diesen sechs Grundthesen, die ich in meinem Buch [1] ausführlich begründet und erläutert habe, das uralte Atlantisproblem gelöst, die Überlieferungen von den Atlantern und Phäaken als im Kern historisch bedeutsam erwiesen und drei sehr alte Quellen zur Geschichte Nordeuropas aufgezeigt habe.


Diese drei alten Quellen sind:

1. Die Phäakengesänge Homers, denen eine alte Quelle, vielleicht ein Fahrtenjournal, aus mykenischer Zeit, also aus der Zeit vor dem Zusammenbruch der mykenischen Kultur und vor dem Beginn der Naturkatastrophen, die zur „Großen Wanderung“ um 1200 v. Chr. führten, zugrunde liegt.

2. Die zeitgenössischen Texte von Medinet Habu, die aus der Zeit nach dem Beginn der Naturkatastrophen und nach der Niederlage der Nord-Seevölker an der Grenze Ägyptens, also aus den Tagen Ramses’ III. (1200-1168 v. Chr.) stammen.

3. Der Atlantisbericht, der eine Nacherzählung dieser ägyptischen Texte enthält und in dichterischer Weise wiedergibt, was die zeitgenössischen ägyptischen Papyri und Inschriften von den Naturkatastrophen [2], von den Nord-Seevölkern und ihrer Heimat, von der Großen Wanderung, den Angriffen und der Niederlage dieser Völker berichteten.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag wurde Jürgen Spanuths Broschüre "...und doch: Atlantis enträtselt! - Eine Entgegnung von Jürgen Spanuth“ entnommen (S. 5 - 6), die 1980 im Otto Zeller Verlag, Osnabrück als unveränderter Nachdruck der Erstausgabe von 1957 veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint er in der Transkription von Günter Bischoff als wissenschaftsgeschichtliche und atlantologie-historische Dokumentation zu Studien- und Forschungszwecken.

Einzelverweise:

  1. Red. Anmerkung: Jürgen Spanuth, "Das enträtselte Atlantis", Stuttgart, 1953
  2. Red. Anmerkung: Siehe zu diesen bei Atlantisforschung.de auch: "Die end-bronzezeitliche Klimakatastrophe aus atlantologischer Sicht" (bb); sowie: "Phaéthons Sturz und der Untergang von Atlantis" (Günter Bischoff)


Bild-Quelle

(1 und 2) Bild-Archiv Günter Bischoff